2017 • CONVERSION St. Ludwig

St. Ludwig ist eine der ältesten Kirchen in Speyer.  Ihr Ursprung geht zurück auf den Bau einer großen Dominikanerkirche, die am 31. März 1308 von Bischof Johann von Straßburg in Anwesenheit von König Albrecht von Österreich eingeweiht wurde.

1689 fiel diese Kirche, wie die ganze Stadt, dem verheerenden Brand zum Opfer, der in der Folge des Pfälzischen Erbfolgekriegs von den Truppen Ludwigs XIV. gelegt wurde.

Der heutige Bau stammt aus der Zeit des Wiederaufbaus der Stadt um das Jahr 1698. Da die ursprüngliche, gotische Dominikanerkirche weitgehend zerstört war, wurde nur der erhaltene Chor zu einer neuen, kleineren Kirche ausgebaut.

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1794 wurde die Kirche durch französische Revolutionstruppen beschädigt und acht Jahre später das Dominikanerkloster durch die französische Verwaltung aufgelöst. Die Gebäude wurden versteigert, die Kirche diente zeitweise als Gaststätte; auch damals gab es schon „Conversion“!

Um 1828 kaufte das Bistum Speyer das Klostergebäude und die Kirche zurück, um dort ein Priesterseminar bzw. ein Konvikt einzurichten. Die Kirche wurde als Seminarkirche umgestaltet und erhielt  zu Ehren König Ludwigs I. von Bayern das Patrozinium „St. Ludwig“.

1935 beauftragte man Kirchenbaumeister Prof. Albert Boßlet mit der Erweiterung der Kirche. Zur gleichen Zeit wurde auch der bedeutende spätgotische Boßweiler Altar aus dem Dom in das Kirchengebäude verbracht. Das Klostergebäude war bis 1995 Bischöfliches Konvikt und wurde ab 1990 als Bildungs- und Tagungshaus der Diözese Speyer verwendet.

Wegen dringendem Sanierungsbedarf des in die Jahre gekommenen Gesamtkomplexes wurde das Bistumshaus St. Ludwig 2010 geschlossen. Im Februar 2016 wurde die Kirche profaniert. Die Gebäude wurden zwischenzeitlich verkauft, die ehemalige Kirche soll aber im städtebaulichen Erscheinungsbild erhalten bleiben.


Seit Beginn der gemeinsamen Ausstellungstätigkeit sucht der Künstlerbund die Auseinandersetzung mit ungewöhnlichen Orten. Die erste gemeinsame Ausstellung fand z.B. im Alten Stadtsaal statt – damals noch im Dornröschenschlaf liegend und heute Teil des städtischen Kulturzentrums „Kulturhof Flachsgasse“. Ob im Wasserturm, in mittelalterlichen Kellern, in der Normand-Kaserne, hoch über Speyerer Gassen, in der Filzfabrik Hess, dem St. Guido-Stift vor der Umwidmung zur Synagoge, der Villa Körbling vor Übernahme durch eine Bank: Immer waren die Orte auch thematische Herausforderung und künstlerische Reibungsfläche für interessante Projekte, die in ihren Exponaten auf die Spezifik der architektonischen und soziokulturellen Situation eingingen.

Der Titel des Ausstellungsprojekts CONVERSION verweist auf die aktuelle Umwidmung der entweihten Kirche. Waren es früher oftmals militärische Objekte, die nicht mehr benötigt und durch Konversion in eine zivile Nutzung überführt wurden, so sind es heute immer häufiger auch überzählige Kirchen; wobei der Erhalt der Gebäude oft auch  für weniger religiös gebundene Bürger als Identität stiftende Bauwerke aus architektonischer, städtebaulicher und baukultureller Sicht notwendig ist.

 

 

Bei hohen Temperaturen und großem Publikumsinteresse wurde das Ausstellungsprojekt am 22. Juni in der ehem. Kirche St. Ludwig eröffnet.

Begrüßung:
OB Hansjörg Eger, Stadt Speyer &  Holger Grimm, Künstlerbund Speyer

Einführung: Thomas Angelou, M.A., Karlsruhe
Download Einführung

Musik:  Isabel Eichenlaub & Welt-Musik-Café

Bilder der Ausstellung

Die Ausstellung ist noch bis 16. Juli,  jeweils Fr – So von 15 – 19 Uhr geöffnet. Der Zugang geht über die Korngasse, der Eintritt ist frei!

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Fotos Ausstellungseröffnung © Kurt Keller

Weitere Veranstaltungen:
Sonntag,  2. Juli 2017, 18 Uhr, Führung mit  Maria Leitmeyer, M.A.,  Kustodin Purrmann-Haus
Sonntag,  16. Juli 2017, 18 Uhr, Finissage mit Astrid Milarch & Duo „Eure Freunde“

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Fotos  © Reinhard Ader

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